Fern und doch ganz nah – Die zahlreichen Möglichkeiten der digitalen Vernetzung sind durch die Corona-Krise längst für viele Menschen zur Norm geworden. Vom Zoom-Meeting bis hin zum Home-Office, in dem es möglich ist auf Dokumente im Firmennetzwerk zuzugreifen. Das Smart Home ist auf ganz ähnliche Weise eine Schnittstelle zwischen vernetzter Haustechnik und SHK-Betrieben, die über das Internet Diagnosedaten abrufen und sogar Fehler beheben können. Dieser Blog-Artikel erkundet die neuen Möglichkeiten, die sich der Branche hier bieten.

Digitale Vernetzung ist der Schlüssel zur Fernwartung

Im Rahmen der Digitalisierung werden bekanntlich sämtliche Branchen und auch alle Bereiche des Lebens transformiert. Am Beispiel der Anwendung von Building Information Modeling (BIM) in der Baubranche kann man deutlich sehen, wie umfassend diese Transformation ist und wie stark die Veränderungen sich ausprägen. Dabei ist eines auch klar: Immer mehr digitale Technologien und vernetzte Geräte und Gegenstände werden sich in unseren Häusern und Industriegebäuden befinden (Smart Building). Damit diese auch immer optimal funktionieren und die verbauten Sensoren ein akkurates Bild von der Wirklichkeit liefern, muss die Haustechnik in Zukunft regelmäßig gewartet werden.

Neue Wartungsansätze für das Smart Home bzw. Smart Building

Um die Unterschiede und Vorteile der Fernwartung zu verdeutlichen, muss gefragt werden: Was bedeutete Wartung bisher? Zunächst einmal ging bislang nichts ohne einen Termin vor Ort. Dazu musste ein Termin mit einem Montage-Betrieb vereinbart werden. Vor Ort wurde dann untersucht, was nicht in Ordnung war. Im schlimmsten Fall musste im Anschluss ein Ersatzteil bestellt werden. Nach mehr oder weniger langer Lieferzeit war dann ein weiterer Termin für die Reparatur fällig. Dieses Vorgehen ist im Smart-Home-Zeitalter weder zeitgemäß noch zweckmäßig. Denn wenn ein sensibles System ausfällt, kann dies zu wesentlichen Einschränkungen bei der Nutzung führen.

Doch gehört dieser traditionelle Wartungsansatz mit dem Smart Home zunehmend der Vergangenheit an. Denn hier gehört die Zukunft der Fernwartung. Bei diesem Konzept werden vor Ort mit verbauten Sensoren Daten beispielsweise zu Messgrößen wie Druck, Temperaturen, Feuchtigkeit, Vibrationen, Lichteinstrahlung oder Bewegung gemessen. Diese Messwerte bilden zum einen die Grundlage für die Gebäudeautomation. Aber sie lassen auch Rückschlüsse über das Funktionieren der Anlagen und Systeme zu. Damit schaffen sie die Basis für Fernwartungssysteme bzw. Tele-Monitoring.

Die verschiedenen Dimensionen der Wartung

Wenn es um die konkreten Möglichkeiten der Fernwartung geht, muss zudem zwischen zwei verschiedenen Ansatzpunkten unterschieden werden. Denn überprüft und gewartet werden müssen sowohl die verbaute Hardware als auch die Software-Komponenten. Die Heiz-, Klima– und Lüftungssysteme gehören mit zu den komplexesten Anlagen innerhalb von Gebäuden. Ihre Hardware-Komponenten müssen regelmäßig überprüft werden. Dazu werden diese Systeme – in der Regel von den Herstellern selbst – an zahlreichen Punkten mit Sensoren ausgestattet. Mit diesen Sensoren lässt sich dann in der Folge der Betrieb überwachen. Fachbetriebe können dann über eine Software und eine sichere Verbindung auf die Daten zugreifen.

Ein neuer Aspekt ist für die traditionelle SHK-Branche die Wartung von Software. Diese wird ein immer wichtigerer Bestandteil von vernetzten Geräten und Anlagen. Denn nur eine aktuelle Version der Firmware und Software stellt den sachgemäßen und sicheren Betrieb von Geräten sicher. Darum gehören Updates zum Umfang der regelmäßigen Wartungen. Auch die Aktualisierung sowie Erweiterung von Programmen werden damit zum Bestandteil des neuen, gewachsenen Aufgabenspektrums von SHK-Betrieben.

Vorteile der Fernwartung im Smart Home

Damit ergeben sich sowohl neue Service-Angebote als auch neue Anforderungen für SHK-Betriebe. Zum einen können Anbieter mit einer erweiterten Erreichbarkeit werben, weil sie im Prinzip rund um die Uhr Zugriff auf die Daten der Anlagen ihrer Kunden haben. Viele Probleme lassen sich aus der Ferne erkennen und direkt über die Schnittstelle zwischen SKH-Betrieb und Kunden beheben.

Auch neue Wartungsmodelle wie „Predictive Maintenance“ schaffen neue Servicemöglichkeiten. Mit der sogenannten „vorausschauende Wartung“ können Fehlfunktionen frühzeitig identifiziert werden, noch bevor es zu einem Defekt kommt. Werden auf diese Weise Probleme erkannt, können Betriebe ihre Kunden proaktiv ansprechen und direkt mit einem Terminvorschlag auf sie zugehen. Zeichnet sich ab, dass spezielle Teile zur Wartung benötigt werden, können sogar im Vorfeld bereits Lagerbestände geprüft und wenn nötig Ware nachbestellt werden. Diese Wartungsmethode trägt damit wesentlich zur Verbesserung der Dienstleistungspalette von SHK-Betrieben bei.

Ausblick in die Zukunft: digitale Vernetzung wird zur Grundvoraussetzung

Sowohl innerhalb eines Gerätes wie beispielsweise einer Heizanlage als auch innerhalb eines Gebäudes schafft die digitale Vernetzung damit die Grundvoraussetzung für die Fernwartung. Nur wenn umfassend Daten erhoben werden, können die Funktionen von bestimmten Bauteilen geprüft und gegebenenfalls behoben werden. Ein professionell geplantes und installiertes Smart Home bzw. Smart Building entwickelt sich darum mehr und mehr zum neuen Standard.

Dies wird insbesondere in Zukunft noch viel stärker relevant werden, weil das Smart Home dann die Schnittstelle zum Smart Grid – dem intelligenten Stromnetz – werden wird. Gebäude entwickeln sich von Energieverbrauchern zu Energieerzeugern. Digitale Kommunikation und die Gewährleistung des Betriebs sind für eine sichere Stromversorgung essenziell.

Fazit: Diagnostik aus der Ferne im Smart Home

Der Ferndiagnose und Fernwartung, die das Smart Home möglich macht, gehört die Zukunft.  Durch Tele-Monitoring und Ferndiagnosen kann der nahtlose und effiziente Betrieb von Häusern und Gebäudekomplexen gewährleistet werden. Viele Probleme beispielsweise mit modernen Heizsystemen lassen sich im optimalen Fall frühzeitig erkennen oder in wenigen Minuten aus der Ferne beheben. Defekte oder der kritische Zustand von Verschleißteilen lassen sich damit diagnostizieren, noch bevor sie wirklich kaputtgehen. Sie können gegebenenfalls vorbestellt und schon zum ersten Vor-Ort-Termin mitgebracht werden.

Für SHK-Betriebe stellen Fernwartung und Tele-Monitoring wichtige Optionen für die Anpassung ihrer Geschäftsmodelle an das digitale Zeitalter dar. Sie bringen sie ihren Kunden näher und verbessern ihre Dienstleistungen maßgeblich. Die vernetzten Monitoring-Systeme stellen zudem eine wichtige Schnittstelle zu anderen Gewerken dar. Da sich im Baubereich BIM (Building Information Modeling) immer mehr durchsetzt, werden auch Schnittstellen zum Datenaustausch und zur digitalen Kommunikation immer wichtiger. Damit weisen diese Wartungsansätze den Weg in die digitale Zukunft der SHK-Branche.

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