Anwesenheitssimulation – Mehr Sicherheit im Smart Home durch Gebäudeautomation.

Anwesenheitssimulation – Mehr Sicherheit im Smart Home durch Gebäudeautomation.

Digitale Haustechnik, Smart Home 5 min. Lesezeit

Kaum etwas geht über ein sicheres Gefühl im eigenen Zuhause. Das gilt auch für die Zeit, in der wir nicht dort sind. Sei es, wenn wir tagsüber bei der Arbeit sind oder für mehrere Wochen im Urlaub – wir wollen, dass in unseren eigenen vier Wänden stets alles in Ordnung ist. Ein Smart Home bietet diesbezüglich mehrere Lösungsstrategien an, um Sicherheit darin zu gewährleisten. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für industriell oder gewerblich genutzte Räume, Gebäude oder Anlagen. Im Zentrum dieser Sicherheitskonzepte steht die Gebäudeautomation. Eine zentraler Aspekt davon ist die Anwesenheitssimulation, deren wirkungsvoller Effekt in einer berühmten Filmszene gewürdigt wurde:

Berühmte Filmszene aus „Home alone“ („Kevin allein zuhaus“): Anwesenheitssimulation der „alten Schule“.

Mit der Simulation von Anwesenheit kann auf eine sehr effektive Art mehr Sicherheit erreicht werden. Dazu reichen einfache Maßnahmen wie:

  • Automatische Steuerung der Beleuchtung
  • Simulation alltäglicher Geräusche (Radio)
  • Erzeugung von Bewegungen (Rollläden)
  • Simulation von Freizeit- und Hobby-Aktivitäten (Rasenpflege)

“Häufigste Fragen im #Urlaub: Ist die Türe wirklich abgesperrt? Ist zuhause wirklich alles in Ordnung? Ein #SmartHome bietet hier Gewissheit und #Sicherheit. #Homeautomation“

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Gebäudeautomation als Grundlage für Sicherheitskonzepte

Darüber hinaus lassen sich noch weitaus komplexere Szenarien schaffen. Inzwischen gibt es zahlreiche Varianten zur Gebäudeautomation beziehungsweise zur Gebäudesteuerung, die sich miteinander kombinieren lassen. Dabei lassen sich diese in insgesamt drei Kategorien unterteilen, die für das SHK-Handwerk besonders relevant sind:

  1. Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK),
  2. der gesamte Komplex der Gebäudesicherheit, zu dem auch der Brandschutz zu rechnen ist,
  3. sowie Messsysteme, die zur Überwachung kritischer Bereiche eingesetzt werden.

In bestimmten Fällen überschneiden sich diese Kategorien, wenn beispielsweise Gasmesssysteme als Teil des automatischen Sicherheitssystems integriert werden. Welchen Umfang beziehungsweise welchen Ausbaugrad ein automatisiertes oder teilautomatisiertes Gebäude hat, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Der individuelle Wunsch des Auftraggebers, das zur Verfügung stehende Budget, Auflagen und gesetzliche Bestimmungen sowie Art und Beschaffenheit des Gebäudes selbst. Die äußeren Rahmenbedingungen bestimmen oft mehr, wie das Gesamtkonzept letztlich aussieht, als die Möglichkeiten der verfügbaren Technik. Denn die Auswahl an Einzellösungen für die Gebäudeautomation ist groß.

Einzelsysteme zur Anwesenheitssimulation

Um die Anwesenheit in einem Gebäude zu simulieren genügen manchmal schon einzelne Maßnahmen. Um aber ein höheres Maß an Sicherheit zu gewährleisten – indem beispielsweise auch Wasserschäden oder Brände erkannt und automatisch gemeldet werden – sind komplexere Lösungen notwendig. Dazu gibt eine große Bandbreite von Einzelsystemen, aus denen man ein komplexes System zur zusammenstellen kann. Dazu zählen:

  1. Drahtlose Umgebungsmesssensoren (z.B. Temperatur-, Gas- oder Wassersensoren)
  2. Sensoren zur Fenster- und Türüberwachung
  3. Alarmanlagen und Sicherheitssysteme mit Videoüberwachung
  4. Intelligente elektronische Schlösser
  5. Glasbruchmelder mit digitalem Alarmsystem
  6. Lautsprechersysteme
  7. Rauch- und Hitzemelder z.T. m. Brandmeldezentrale (FACP)
  8. Systeme zur Lichtautomation
  9. Automatische Rollladensteuerung
  10. Gebäudefernsteuerung

Die Reihe von Einzelsystemen ließe sich noch fortsetzen. Hier wird aber einerseits schon deutlich, wie viele unterschiedliche Aspekte der Begriff „Sicherheit“ abdeckt. Und andererseits sieht man, inwiefern durch die intelligente Vernetzung von vielen Einzelsysteme mehr Sicherheit entsteht. Wenn durch ein komplexes Sicherheitssystem viele Informationen über ein Gebäude verfügbar sind, kann leicht ein Einbruch von einem nicht sicherheitsrelevanten Ereignis unterschieden werden.

Die größte Sicherheitslücke: Der Anwender

Absolute Sicherheit gibt es bekanntlich nicht. In der Regel sind die technischen Systeme inzwischen auch so sicher, dass die größte Sicherheitslücke oft der Mensch selbst ist. Sei es durch ein fehlendes oder unsicheres Passwort, versehentlich nicht aktivierte Systeme – der Anwender kann auf unterschiedlichste Art und Weise für erhöhte Risiken verantwortlich sein. Umso wichtiger ist es, dass ein Smart Home von professionellen Handwerkern oder Betrieben installiert und gewartet wird. Auch die Inbetriebnahme von Smart-Home-Geräten werden oft, wenn sie nicht von Fachhandwerkern durchgeführt werden, ungenügend gesichert oder falsch installiert. Zur Inbetriebnahme gehört ganz wesentlich auch die Schulung der Besitzer beziehungsweise der Nutzer von Gebäuden.

“Das beste #Sicherheitssystem in einem #SmartHome bringt nichts, wenn das WLAN-Passwort „Passwort“ lautet. Installation und Inbetriebnahme sollten darum vom Fachhandwerk durchgeführt werden.“

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Sicherheit als zentraler Erfolgsfaktor für Smart Homes

Neben der Anwenderfreundlichkeit ist Sicherheit einer der am häufigsten genannten Gründe, um auf ein Smart Home zu setzen. Das Beispiel Brandschutz führt den Unterschied zwischen einem traditionellen und einem smarten Gebäude vor Augen. So ist zwar die Installation von Rauchmeldern inzwischen für alle Gebäude und Wohnungen gesetzlich verpflichtend. Diese bringen aber nichts, wenn sich gerade niemand darin aufhält. In einem vernetzten Smart Home, bei dem Prozesse automatisiert ablaufen, setzt ein smarter Rauchmelder neben dem akustischen Alarm automatisch eine Nachricht an den Besitzer und auf Wunsch an die Feuerwehr ab.

Intelligente Vernetzung, Gebäudeautomation und damit verbunden die Anwesenheitssimulation sind Alleinstellungsmerkmal von Smart Homes, die sie allen anderen Gebäudetypen voraus haben. Eine Voraussetzung für sachgerecht installierte Sicherheitskonzepte ist, dass eine entsprechende Professionalisierung im SHK-Handwerk stattfindet. Die SHK-Betriebe bringen die beste Voraussetzung mit, um kompetent installierte Sicherheitssysteme in Betrieb zu nehmen. Nur so können smarte Gebäude wirklich mehr Sicherheit garantieren.

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