Smart Home 2.0: Wie das Smart Home durch Künstliche Intelligenz noch intelligenter wird.

Smart Home 2.0: Wie das Smart Home durch Künstliche Intelligenz noch intelligenter wird.

Digitale Haustechnik 5 min. Lesezeit

Das Smart Home galt bislang gegenüber herkömmlichen Gebäuden vor allem deswegen als „smarter“, weil es von der Vernetzung einzelner Komponenten und Geräte profitierte. Heute erleben wir die nächste Phase innerhalb der technologischen Entwicklung, die das Smart Home noch intelligenter machen kann. Die Fortschritte bei der Erforschung Künstlicher Intelligenz (KI) manifestieren sich auch im Smart-Home-Bereich. Was genau ist Künstliche Intelligenz in diesem Zusammenhang und wie wirkt sie sich auf das Smart Home aus?

Was ist Künstliche Intelligenz – und vor allem: was nicht?

Wenn aktuell von Künstlicher Intelligenz die Rede ist, kommt es teilweise zu großen Missverständnissen. Dafür gibt es zwei Ursachen: Wenn es um Künstliche Intelligenz geht, konkurrieren zwei grundlegend verschiedene Lesarten miteinander. Einerseits gibt es ein Drohszenario. Es basiert auf der Vorstellung, dass Maschinen durch Künstliche Intelligenz ebenso intelligent werden wie Menschen – wenn nicht sogar intelligenter. Am Ende wird der Mensch in der Arbeitswelt überflüssig und ersetzt. Andererseits gibt es die meines Erachtens realistischere Einschätzung. Auch wenn die Errungenschaften von KI sehr beeindruckend sind, haben sie doch nichts mit dem Schreckensszenario zu tun.

“#KünstlicheIntelligenz gibt es aktuell in zwei Varianten: Einmal als fiktives Drohszenario und einmal in der Realität. Diese Variante der #KI macht das #SmartHome noch smarter.“

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Die aktuellen Erfolge haben nicht so sehr damit zu tun, dass Maschinen menschenähnlich werden. Im Grunde lässt sich Künstliche Intelligenz als eine neue Form von Software verstehen. Dabei geht es allerdings nicht mehr darum, feste Regeln bzw. Programme zu befolgen, nach denen eine Maschine funktioniert. Vielmehr sind KI-Programme lernfähig und können mit komplexen Aufgaben umgehen. Diese Lernfähigkeit verdanken KI-gestützte Programme Methoden wie Deep Learning, Maschinelles Lernen oder künstlich neuronalen Netz. Der enorme Vorteil, den die Lernfähigkeit mit sich bringt: Solche KI-Programme können spezifisch für ihren jeweiligen Einsatzzweck trainiert werden.

Anwendungsbereiche von Künstlicher Intelligenz im Smart Home

Im Smart Home findet sich Künstliche Intelligenz allen voran in Bereichen, in denen es um intelligente Steuerung geht. Intelligente Algorithmen liefern die Grundlage dafür, dass vernetzte Systeme immer besser auf die Bedürfnisse des Menschen reagieren können („Context Awareness“). Auch die Art wie Menschen und Maschinen miteinander kommunizieren können, ändert sich durch Künstliche Intelligenz grundlegend. Intelligente Systeme lassen sich dank Künstlicher Intelligenz per Spracheingabe steuern.

Neben Steuerung und Kommunikationist der Einsatz von KI bei der Analyse von Datensinnvoll, die im Smart Home entstehen. Insbesondere durch den Einsatz von Machine-Learning-Algorithmen lassen sich in Datenbeständen Muster erkennen. Diese Muster – beispielsweise beim Energieverbrauch in einem Gebäude – lassen sich dazu nutzen, um die Energieversorgung von Gebäuden zu optimieren, den Wohnkomfort zu erhöhen und die Sicherheit zu steigern.

Was bedeutet die Entwicklung für das SHK Handwerk?

Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren auf das SHK-Handwerk auswirken. Der Beratungsbedarf wird mit der zunehmenden Technologisierung ebenso steigen wie die Anforderungen bei der Ausbildung. Gerade wenn es um Industriegebäude, Hochhäuser oder Gebäudekomplexe mit mehreren Objekten geht, bringen auf KI gestützte große Vorteile. Darum werden sie sich hier schneller durchsetzen als im privaten Bereich, wo der Beratungsbedarf und die Servicemöglichkeiten aber ebenso steigen werden.

“Das #SmartHome wird durch #KünstlicheIntelligenz zum Smart Home 2.0. Darauf muss sich auch das SHK-Handwerk einstellen.“

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Ein Betrieb für Heizungs- und Lüftungssysteme für Privatkunden wird in Zukunft alle Anlagen, die bei seinen Kunden in Betrieb sind, in Echtzeit überwachen können. Fehlfunktionen werden erkannt, bevor die Geräte ausfallen. Sind genügend Daten ausgewertet, kann er seinen Kunden auf Basis der Analyse ihrer Verbrauchsdaten eine Energieberatung anbieten. Auch Software oder Firmware-Updates, die zu mehr Effizienz der Anlagen oder einem größeren Funktionsumfang beitragen, erweitern das Aufgabenspektrum von SHK-Handwerkern. Umso mehr sehe ich den Bedarf von spezifischen Smart-Home-Handwerkern.

Das zukünftige Potential von KI für das Smart Home

Heute erleben wir erst die Anfänge dessen, was in Zukunft mit Künstlicher Intelligenz noch möglich sein wird. Gemäß dem Hype-Cycle von Gartner erreichen wichtige Trends erst nach einer gewissen Phase des Hypes das Plateau der wirklichenMarktreife. Einer dieser Trends, der die Marktreife erreicht sind Software-gestützte Sicherheitssysteme. Diese werden eine wichtige Trendwende im Smart-Home-Bereich einläuten, da Sicherheit ein entscheidendes Kriterium für die Investition in ein Smart Home ist. Künstliche Intelligenz leistet dabei einen zentralen Beitrag, weil es fehleranfällige Systeme im Smart Home sicher machen kann.

In etwas fernerer Zukunft sind auch intelligente Roboter-Systeme als Teil von Smart Homes zu erwarten. Diese können insbesondere für mehr Komfort etwa in der Küche oder im Bereich Ambient Assisted Living gravierende Vorteile mit sich bringen. Künstliche Intelligenz ist aber alles andere als ferne Zukunftsmusik. Vielmehr gilt sie laut einer aktuellen Studie schon heute als entscheidender Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstandsförderer. Darum müssen vor allem Betriebe rund um Services für das Smart Home sich frühzeitig auf diese Entwicklung einstellen und neue Geschäftsmodelle erproben. Nicht zuletzt wird nur so das Vertrauen in die neuen Technologien geschaffen und gefördert, das für ihren Erfolg essentiell ist.

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