Folgen der Digitalisierung in der Haustechnikbranche: Über die Aufwertung der Berufsbilder der Heizungsinstallateure, Klima- und Gebäudetechniker.

Folgen der Digitalisierung in der Haustechnikbranche: Über die Aufwertung der Berufsbilder der Heizungsinstallateure, Klima- und Gebäudetechniker.

Ausbildung, Digitale Haustechnik 4 min. Lesezeit
Wandel der Berufsbilder © Dmitry Kalinovsky @ Shutterstock.com

Die Digitalisierung, das Internet der Dinge und die Entwicklungen im Bereich Virtual Reality verändern nicht nur die Industrie, sondern auch das Handwerk. Insbesondere die Berufe in der Haustechnikbranche sind von dieser Entwicklung betroffen, weil hier zahlreiche neue Technologien Einzug gehalten haben. Den Rat vom Handwerker gibt es heute per Whatsapp, der „Smart-Home-Handwerker“ garantiert eine sichere Vernetzung der Dinge zuhause und das neue Bad wird mit dem virtuellen Raumplaner zusammengestellt.


Virtuelle Realität in der Bad-Planung ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits in der Realität angekommen.

 

Diesen strukturellen Wandel der gesamten Haus- und Klimatechnikbranche halte ich für eine große Chance. Die digitale Vernetzung im Bereich der Heizungs- und Energietechnik dient nicht nur der Lösung einiger gravierender Herausforderungen wie beispielsweise der Energie- und Wärmewende, sondern stellt auch einen wichtigen Wachstumsmarkt dar. Im Zuge dieses Wandels kommt es auch zu einer Aufwertung aller angrenzenden Berufsfelder – angefangen beim Heizungsinstallateur, über den Energie- und Klimatechniker bis hin zum Gebäudetechniker.

“Die #Digitalisierung führt zur Aufwertung der Berufe in der #Heizungs- und #Klimabranche.“

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Steigende Ansprüche an die Ausbildung und Zukunftsfähigkeit der Berufe

Die Technologisierung und Digitalisierung der Haustechnik sowie der Heizungs-, Klima- und Energietechnik hat zur Folge, dass tägliche Aufgaben und Inhalte komplexer werden. Damit steigen nicht nur die Ansprüche bei der Ausbildung, sondern gleichzeitig auch das Ansehen und die Attraktivität der Berufe selbst. Der traditionelle Handwerker wird zum Experten neuester Technik und zum Berater für modernes Wohnen. Angesichts einer Situation, in der es immer schwieriger wird, alle Ausbildungsplätze zu besetzen, ist dies ein wichtiger Aspekt.

Damit wird nicht nur die Zukunftsfähigkeit sichergestellt – für Berufsanfänger wie für alte Hasen bieten sich so gleichermaßen Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Allein durch den rasanten Fortschritt und immer kürzer werdende Innovationszyklen werden Fort- und Weiterbildungen für Heizungs- und Klimatechniker in Zukunft zur Norm werden.

“Mit den Anforderungen an die Berufe der #Haustechnikbranche steigt das Ansehen des #Handwerks.“

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Auslöser für Veränderungen und Grundlage für neue Geschäftsmodelle

Betrachtet man den Bereich der Gebäude- und Energietechnik genauer, wird schnell klar, was der Auslöser und Treiber für den Wandel ist: Die IT hält in allen Bereichen der Haushalts- wie die Industriekunden Einzug und verändert die Rolle des Einzelnen zum Teil grundlegend. Im Bereich der privaten Haushalte wandeln sich die reinen Konsumenten zu Energieproduzenten und werden damit zu einem aktiven Marktakteur im Energiesektor. Um diese Funktion erfüllen zu können, brauchen Sie professionelle Partner an ihrer Seite, die sich verlässlich um Installation von Hardware, Sensorik und Softwarekomponenten kümmern.

Mit der Digitalisierung der Gebäudetechnik und der Technologisierung nimmt der Grad an Komplexität stetig zu und mit ihm steigt zugleich auch die Wartungsintensität. Für Gebäude- und Klimatechniker bieten sich damit ganz neue Geschäftsmodelle: Wartungsverträge und Contracting-Modelle sind eine Konsequenz, um dem gestiegenen Bedarf der Kunden zu begegnen. Insbesondere durch die Auswertung von Nutzerdaten lassen sich hier neue Methoden zur Fernwartung beziehungsweise datenbasierte „Predictive Maintenance“ anbieten. Datengetriebene Betriebe in der Heizungsbranche wissen in Zukunft genau, wann welches Gerät gewartet werden muss und können es reparieren, noch bevor es kaputt geht.

Digitalisierung des Handwerks in der Praxis

Wie die gelungene Digitalisierung aller Prozesse entlang der Customer Journey eines Heizungskunden aussieht, zeigt das Beispiel „Kesselheld“. Hier haben die Kunden die Möglichkeit, sich online mit wenigen Klicks einen Überblick über ihr eigenes Heizverhalten zu verschaffen. Ein Foto über die Einbausituation kann via Whatsapp, E-Mail oder SMS an die Installateure geschickt werden, damit diese ein möglichst genaues Angebot über geeignete Heizungssysteme erstellen können.

Angesichts der komplexen Situation am Energiemarkt gehört zur Beratungsleistung auch die Information über Förderungsprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten. Durch die Digitalisierung können beispielsweise bei auftauchenden Schwierigkeiten zeit- und kostengünstige Lösungswege angeboten werden: Ein Live-Video kann möglicherweise eine teure Anfahrt ersparen und schon zur Behebung eines Problems genügen.

Der digitale Wandel führt zur vollständigen Transformation der Energie- und Haustechnikbranche

Nahezu jeder Aspekt der Beziehung zwischen Kunden und Handwerker, Installateur oder Techniker ist von der umfassenden Transformation betroffen. Angefangen von der Suche eines geeigneten Betriebs, über die Beratung und Kommunikation bis hin zur Installation und Wartung der Anlagen. Die zunehmende Technisierung macht eine Professionalisierung in all diesen Bereichen zwingend erforderlich und wird in den kommenden Jahren die gesamte Branche der Heizungs-, Klima- und Gebäudetechnik grundlegend verändern. Diese Veränderungen sind aber alles andere als ein Anlass zur Sorge: Sie werden meiner Überzeugung nach zu einer Aufwertung der Berufe und des Handwerks insgesamt führen, für mehr Wachstum sorgen und einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Wärmewende beitragen.

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