Moderne Vernetzungstechnologien für Ihr Smart Home
Moderne Vernetzungstechnologien für Ihr Smart Home ©kalen @shutterstock.com

Moderne Vernetzungstechnologien für Ihr Smart Home

Wie jedes Vorhaben, das von Erfolg gekrönt sein will, beginnt auch die Ausstattung der eigenen vier Wände mit der Planung. Ganz besonders wichtig ist dabei die Überlegung, wie „intelligent“ man sein Haus oder seine Wohnung später haben möchte. Neben dem Stromkreis und den Wasserrohen spielen heute vor allem Vernetzungstechnologien eine Rolle, will man denn ein echtes Smart Home besitzen.

Drahtlose oder kabelgebundene Vernetzungstechnologien im Smart Home

Welche Möglichkeiten gibt es hierbei? Im Wesentlichen können wir zwischen zwei Varianten unterscheiden: der kabelgebundenen und drahtlosen Vernetzung. Beim letzteren scheinen WLAN und Bluetooth immer wichtiger zu werden. Sie haben den Vorteil, dass sie in vielen Geräten verbaut sind, angefangen beim Smartphone bis hin zu Funksteckdosen, Klimaanlagen und Glühbirnen, die sich per App oder mit einer Haussteuerung steuern lassen. WLAN hat leider den Nachteil, dass es vor allem auf der 2,4 Gigahertz-Frequenz viele Interferenzen gibt, da nahezu alle Access Points und Geräte auf dieser Bandbreite funken. Zudem kann ein schwaches Passwort dafür sorgen, dass jemand Zugriff auf die Geräte zu Hause bekommt. Oder wenn ein sicheres Passwort durch Schadsoftware ausgelesen wird.

Funktechnologien für das Smart Home

Bluetooth ist sicherheitstechnisch noch etwas schwächer aufgestellt, hat aber auch eine geringere Bandbreite, die momentan nur bedingt für ein vernetztes Smart Home zum Einsatz kommen sollte. Ende dieses Jahres wird vermutlich die Mesh-Technologie für Bluetooth eingeführt. Ich denke, dass dieser Umstand Bluetooth dann sehr schnell relevant machen könnte. Bei Mesh-Netzwerken braucht nur ein Gerät eine feste Verbindung mit der Steuereinheit oder dem Internet. Die anderen Geräte im Mesh erhalten ihre Steuerbefehle dann von dieser ersten Einheit und verbreiten sie dann weiter. So könnten in Zukunft sogar ganze Straßenzüge verbunden werden und im kleineren Rahmen natürlich auch Ihr Smart Home.

Im Bereich der Funktechnologien beherrschen aber weiterhin Zigbee und Z-Wave den Markt. Diese Funktechnologien sind deutlich weiter ausgereift. Was die Zukunft zwischen den beiden Lagern WLAN/Bluetooth und Zigbee/Z-Wave bringt, wird sich zeigen. Wer dann lieber zu kabelgebundenen Systemen greifen will, kommt heute kaum noch am Bussystem KNX vorbei. Das ist vor allen Dingen bei Neubauten interessant, da KNX anders funktioniert als eine normale Elektroinstallation. Die Gerätesteuerung und die Stromversorgung sind getrennt voneinander.

Haussteuerung über das Stromnetz

Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass jeder elektrische Verbraucher einzeln angesteuert werden kann. Vom Lichtschalter über die Heizung bis zur Klima- und Alarmanlage. Zudem ist ein Fernzugriff über Mobilgeräte möglich. Somit können Sie alle Geräte remote bedienen und Ihre Daten auslesen. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass die Steuerung der einzelnen Geräte meist wegfällt. Der Heizungsregler braucht also beispielsweise keine Steuereinheit mehr, da das KNX-System diese Aufgabe übernimmt. Der Nachteil ist jedoch, dass durch die getrennte Verkabelung deutlich mehr Strippen gezogen werden müssen. Diese nehmen neben den KNX- Steuersystemen mehr Platz weg und eignen sich so meist tatsächlich nur für Neubauten, bei denen die Gebäudestruktur entsprechend vorbereitet wird. Die Anschaffungskosten sind also deutlich höher.

“#Haussteuerung über das #Stromnetz ist aufwändiger, hat aber viele Vorteile“

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Einen großen Vorteil gegenüber anderen Systemen hat KNX aber dennoch: Die Schaltungen können relativ einfach auf bestimmte Geräte programmiert und miteinander kombiniert werden. So lässt sich beispielsweise einstellen, dass beim Schließen der Haustür automatisch die Fenster geschlossen werden. Das setzt natürlich entsprechende Einrichtungen voraus, die diese Funktion unterstützen. In einem anderen Anwendungsfall können Sie automatisch die Heizung in dem Raum ausschalten lassen, in dem ein Fenster geöffnet wird, oder die Beleuchtung im Erdgeschoß automatisch ausschalten lassen, wenn Sie Abends das Licht im Schlafzimmer einschalten. Die Möglichkeit der Kombinationen ist dabei nahezu unbegrenzt. Ebenso die Wahl zwischen automatischer Steuerung oder manueller Bedienung per Schalter. Die wiederum können auch mehrere Funktionen auf einmal ausführen und an einem beliebigen Ort im Haus angebracht sein.

Das KNX-System eignet sich gut für Neubauten

Die Vernetzungstechnologie KNX kann also alle Geräte ansteuern, die mit dem Stromnetz verbunden sind, auch Steckdosen. Somit machen Sie dann auch Geräte ohne ausgelagerte Steuereinheit smart. Wer sein Eigenheim nachträglich vernetzen möchte, kann zur Nachrüstoption von digitalSTROM greifen. Das Endergebnis funktioniert ähnlich dem von KNX, nur dass die einzelnen Leitungen zu den Geräten jeweils mit einer sogenannten „Klemme“ versehen werden müssen. Die sieht aus, wie ein kleiner Lego-Stein und bedient letztendlich das entsprechende Gerät mit dem eingebauten Mini-Computer. Dieser wird von einem digitalSTROM-Meter gesteuert. Das Gerät wird in den Sicherungskasten eingebaut und mit dem Stromnetz in Ihrem Haus verbunden und ist quasi das Herz aller Geräte im Haus.

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Das System hat den Vorteil, dass es nachträglich eingebaut und bei einem Umzug mit etwas Deinstallationsarbeit in die neue Wohnung mitgenommen werden kann. KNX dagegen ist permanent verbaut. Beide Systeme haben gegenüber Funknetzwerken natürlich einen großen sicherheitstechnischen Vorteil, da ein Angriff auf die Infrastruktur im Haus nur über physischen Zugang erfolgen kann. Zwar kann ein KNX- wie auch ein digitalSTROM-System auch ans Internet angebunden werden, aber auch das geschieht kabelgebunden. Ein externer Zugriff für Kriminelle ist also deutlich schwieriger zu bewerkstelligen und sorgt für Sicherheit im Smart Home.

“Miete, oder Eigenheim? Finden Sie für Ihr #SmartHome die perfekte #Vernetzungstechnologie“

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Die besten Vernetzungstechnologien für Ihr Smart Home

Zusammenfassend kann ich folgende Empfehlungen zu den verschiedenen Vernetzungstechnologien aussprechen: Denken Sie über die Verlegung eines KNX-Systems nach, wenn Sie ein eigenes Haus bauen und auch vorhaben, lange dort wohnen zu bleiben. Die Anschaffungskosten sind nicht ohne, dafür bekommen Sie aber auch das leistungsstärkste und flexibelste System, das leicht erweiterbar ist. Zudem ist KNX quasi Standard und wird von allen relevanten Firmen als Schnittstelle genutzt.

Wenn Sie zur Miete wohnen oder bereits ein Haus haben, lohnt sich eventuell die Lösung von digitalSTROM oder eines vergleichbaren Systems für Sie. Das Nachrüsten lässt sich leicht bewerkstelligen (wenn auch nicht von Laien) und Sie können die Komponenten bei einem Wechsel Ihres Wohnorts mitnehmen. Durch den Einsatz der „Klemmen“ ist es noch ein wenig leichter erweiterbar als KNX, kann dafür aber nicht alle Geräte ansteuern. Per Smartphone bedienbar sind beide Varianten.

Wer sein Zuhause dagegen nur „halb“ smart machen oder erstmal ausprobieren möchte, wie es sich in einer vernetzten Umgebung lebt, wird mit Funkkomponenten nichts falsch machen. Solange Sie auf sichere Passwörter setzen und möglichst keine essenziellen Geräte anschließen. Sollte das Netzwerk gehackt werden, wäre ein Ausfall der Heizung oder der Alarmanlage nämlich weit weniger als optimal. Ansonsten können Sie aber auch drahtlos Vieles in Ihren vier Wänden automatisieren und vereinfachen.

Sie haben weitere Fragen zu Vernetzungstechnologien, zum Smart Home oder zur Digitalisierung der Haustechnik-Branche im Allgemeinen?

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