Energiesparen dank Crowdfunding. Die Digitalisierung macht es möglich.

Energiesparen dank Crowdfunding. Die Digitalisierung macht es möglich.

Energie einzusparen und der nachhaltige Umgang mit unseren Ressourcen ist eine der zentralen Aufgabe unserer Zeit. Angesichts der drastischen Auswirkungen des Verbrauchs von fossilen Brennstoffen und den vielfältigen Folgen, die damit zusammenhängen, besteht akuter Handlungsbedarf. Die Digitalisierung ist ein Schlüssel zum Erreichen der Ziele, die sich die führenden Industriestaaten immer wieder vornehmen.

Crowdfunding ist einer der zeitgemäßen Wege, die durch das Internet und die globale Vernetzung möglich werden. Durch den Aufruf vieler Unterstützer für die Finanzierung nachhaltiger Projekte zu finden, werden diese schließlich realisierbar. Die Energiewende wird damit von unten organisiert und nicht nur von oben verordnet. Darüber hinaus entstehen neue Geschäftsmodelle sowohl für private Investoren, als auch für Installateure und Anlagenbauer. Die eigentlichen Gewinner dieser neueren Entwicklung sind die kommenden Generationen und die Umwelt.

So funktioniert Crowdfunding

Crowdfunding stellt einen völlig neuartigen Weg zur Finanzierung von Projekten oder Produkten dar. Die “Schwarmfinanzierung” ermöglicht es, auch kleinere und mittlere Vorhaben, oder besonders mutige, zu verwirklichen. Dazu müssen die potentiellen Geldgeber durch eine entsprechende Präsentation auf Crowdfunding-Plattformen für die Ideen begeistert werden. Die “Crowd” sind Menschen, die diese Anliegen unterstützen wollen, diese aber nicht allein, aus eigenen Kräften umsetzen könnten.

Corwdfunding-Plattformen bringen also Menschen mit Ideen, die eine Finanzierung (“Funding”) benötigen, mit denen zusammen, die Geld investieren möchten. Die investierten Beträge können gering sein, denn die Menge macht es: in der Regel findet sich eine Vielzahl von Unterstützern, die ihren individuellen Beitrag leisten. In den allermeisten Fällen gibt es dafür etwas im Gegenzug. In der Regel in Form von Geld- und Sachwerten oder durch prozentuale Beteiligungen oder zugeteilte Rechte.

Crowdfunding: Von kurios bis vorbildlich ist alles erlaubt

Diese neue Form des “Sponsorings” steht jedem offen. Es gibt im Grunde keine Beschränkung, wer ein Projekt anbieten bzw. auflegen darf, oder wieviel Geld zur Unterstützung “eingesammelt” wird. Realisiert wird das Projekt am Ende, wenn der selbst gesetzte Mindestbetrag zusammen kommt.

Es gibt zahlreiche ernstzunehmende und vorbildliche Ausschreibungen, vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien. Hier organisieren viele Privatpersonen aber auch kleinere und mittlere Unternehmen die Energiewende von unten.

“Dank Green #Crowdfunding lohnt sich die Energiewende für alle: Investoren, Installateure, Fachplaner, Wirtschaft und für die Zukunft der Erde.“

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Nachhaltige Projekte ermöglichen es Anlegern nicht nur ihr Geld sinnvoll und gewinnbringend anzulegen, sondern gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Die Erneuerung einer Heizung in einem öffentlich genutztem Gebäude bringt durch Crowdfunding allen Beteiligten etwas: der Betreiber spart effektiv Kosten bei der Beschaffung und bei dem Betrieb des neuen Heizsystems, die Investoren bekommen ihren Einsatz durch eine vorher vereinbarte Verzinsung vergütet und zu guter Letzt wird die Umwelt durch die Verminderung des CO-2-Ausstoßes nachhaltig geschützt.

Die vier wichtigsten Plattformen in Deutschland für nachhaltige Projekte

Diese Art von Projekten werden auf sehr unterschiedlichen Plattformen organisiert. Neben international erfolgreichen Internetseiten wie Kickstarter gibt es inhaltlich und regional spezialisierte Anbieter. Betterplace.org kümmert sich etwa hauptsächlich um soziale Projekte, während auf Kiezhelden.com lokale Belange im Vordergrund stehen. Für nachhaltige ökologische Ideen gibt es in Deutschland vier Anlaufstellen für das Crowdinvestment.

  1. CrowdEnergy
    Erneuerbare Energien stehen im Zentrum von CrowdEnergy. Die Berliner Plattform CrowdEnergy ist für all diejenigen interessant, die hin und wieder auch nur mit kleinen Beträgen Unterstützung bieten wollen. Viele kleinere Ausschreibungen lassen sich bereits ab 500 Euro realisieren. Der Anreiz vor allem bei den internationalen und sozialen Projekten ist oft altruistischer Natur – eine Spendenquittung gibt es dort zwar, aber nicht immer Rendite.
  2. Econeers
    Econeers baut ebenfalls auf Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit. Ab 250 Euro können interessierte Investoren in Projekte einsteigen und auf ebenso nachhaltige Verzinsung ihres Einsatzes hoffen. Die in Dresden gegründete Crowdfunding-Seite möchte Aufklärungsarbeit leisten und berichtet im eigenen Blog über Themen des Nutzens und der Wirtschaftlichkeit von Energiewende-Projekten.
  3. Green Crowding
    Die Gründerin von Green Crowding lernte die Energiewirtschaft zunächst als Portfolio-Managerin kennen. Ihre Erfahrung, wie die Energiewende durch geschickte Investitionen auch gebremst werden kann, wandelte sie in die positive Idee ihrer grünen Crowdfunding-Plattform um. Mit ihrem Unternehmen ermöglicht sie auch kleine Projekte zu realisieren, die für Großinvestoren uninteressant sind.
  4. Bettervest
    Das Modell von Bettervest lässt sich als eine Win-win-win-Situation beschreiben. In Städten, Kommunen, Vereinen oder sonstigen Institutionen sollen “Energieverschwender” identifiziert und durch umweltfreundliche und energie-effiziente Systeme ausgetauscht werden. Der Vorteil für die Betreiber: sie sparen effektiv Kosten. Der Vorteil für die Investoren: sie bekommen einen Teil der eingesparten Kosten und erhalten so ihren Einsatz plus Rendite zurück. Der Vorteil für die Umwelt: weniger CO2 in der Atmosphäre.

Crowdfunding als Chance auch für Installateure?

Besonders Bettervest stellte eine große Chance für Installateure dar. Kaum jemand weiß besser, wo es Energieineffizienzen gibt, was verbessert und wie effizienter gebaut werden kann. Mit der Aktion “Werde Energiedetektiv” ermutigt Bettervest, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und potentielle Projekte auf die Internetseite zu bringen. In einer Schule beispielsweise wird noch eine alte Ölheizung betrieben, verfügt aber über genügend Platz für Solarpannels auf dem Dach? Wer den Schulleiter überzeugen kann, die Crowd für eine Umrüstung zu gewinnen, kann 1% der gesammelten Summe verdienen. Vor allem Installateure sind hier nah am Markt und können aktiv an dieser Bewegung teilhaben.

Die Digitalisierung verhilft somit nicht nur der Energiewende zum Erfolg. Sie kann ebenso bei der Vergabe von Aufträgen helfen. Dies setzt eine gewisse Offenheit für neue Denkstrukturen bei den Betrieben voraus. Eine ansprechende, aktiv betriebene Webpräsenz, ein Blog oder eine Facebook-Page sollte nicht die Ausnahme sein. Wer diese Kanäle geschickt nutzt, kann sich als fortschrittliches Unternehmen präsentieren und sich mit seinen Themen positionieren – wie beispielsweise mit dem der Erneuerbaren Energien.

Die Digitalisierung kann die Welt verändern

Crowdfunding ist ein besonders gutes Beispiel für ein neu entstehendes Geschäftsmodell, das erst durch die Digitalisierung so richtig ermöglicht wird. Die Digitalisierung ist ein Motor, der nicht nur die Macht hat, das Denken zu verändern, sondern die Machtverhältnisse in der Gesellschaft zu verändern in der Lage ist. Jeder hat die Möglichkeit ein Teil dieser Veränderung zu sein. Nur wer online ist, kann hier aktiv mitgestalten und von den Vorteilen der digitalen Transformation profitieren.

Die Grundidee des Crowdfundings und der Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz entsprechen dem Trend unserer Zeit. Analog zur Sharing-Economy oder dem Uber-Prinzip bietet das Crowdfunding vielen Menschen einerseits die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Gleichzeitig wird Energie eingespart und damit etwas Gutes getan. Im besten Fall wird dadurch die Welt zu einem besseren Ort für die kommenden Generationen.