Lebenswelten im Wandel: Wie das Badezimmer im Zeitalter der Digitalisierung neu bestimmt wird
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Lebenswelten im Wandel: Wie das Badezimmer im Zeitalter der Digitalisierung neu bestimmt wird

Neue Technologien, edles Design und smarte Vernetzung machen das Badezimmer dem Wohnzimmer immer ähnlicher

Die deutschen Badezimmer entwickeln sich zu einer hochwertigen Wohnwelt. Waren noch vor wenigen Jahrzehnten eine Außentoilette und eine Dusche in der Küche in Stadtwohnungen keine Seltenheit, hat sich das Bad bis heute grundlegend gewandelt. Der erste Schritt waren die immer noch sehr funktionell geplanten, innen liegenden Bäder: oft schlauchförmige Räume, die von der Küche abgetrennt wurden.

Heute gelten andere Regeln. Die Perspektive auf das “Badezimmer” hat sich grundlegend verändert. Der Blick in andere Länder zeigt, wie unterschiedlich die Badekulturen auf der Welt ausgeprägt sind. Angefangen bei den traditionellen öffentlichen Badenanstalten in Japan und China, über luxuriöse XXL-Bäder in den USA bis hin zum privaten finnischen Saunabad. In Deutschland sieht der neue Trend so aus: Wellness, Entertainment und ökologische Aspekte werden unsere Badezimmer grundlegend verändern.

Badkultur der Zukunft

Das Badezimmer der Zukunft wird sich den Bedürfnissen und Wunschvorstellungen der Bewohner immer stärker anpassen. Im Hinblick auf ein altersgerechtes Wohnen bedeutet das auch eine konsequente Umsetzung von Barrierefreiheit. Ein Bad ohne Schwellen ist dabei nur ein Teil dieses Konzepts. In der Höhe veränderbare Badmöbel, eine großzügige räumliche Gestaltung und gute Ausleuchtung werden zum Standard. Dieser Komfort, der das Leben vor allem mit dem zunehmenden Alter erleichtert, kommt allen Generationen zugute. Das Bad reagiert auf individuelle Vorlieben und Anforderungen.

Das Bad als privates Spa

Körperreinigung und Baderituale dienen seit vielen Jahrhunderten dazu, Körper und Seele in Einklang zu bringen. Als privates Spa übernimmt das Bad diese Funktion und wird damit zur Erlebniswelt. Ob mit integriertem Dampfbad, Dufttherapie mit ätherischen Ölen oder mit den Klängen von entspannender Musik – die Badekultur wird zur Steigerung und Erhaltung der Gesundheit dienen. Alle Vitalwerte im Blick leistet das Bad sogar einen Beitrag zum eigenen Gesundheitsmanagement.
Entspannung und vorbeugende Anwendungen sind das beste Mittel, um den Körper geschmeidig zu halten. Hersteller reagieren auf den gestiegenen Bedarf in diesem Segment. Im Angebot sind zum Beispiel programmierbare Duschsysteme, die unterschiedliche Massagen imitieren.

Luxus bis ins letzte Detail

Den Wünschen der Kunden sind bei der Weiterentwicklung des Bades keine Grenzen gesetzt. In jeder Hinsicht besitzt das Bad das Potential, zum Luxuszimmer zu werden. Hochwertige Materialien, Design-Badmöbel, Saunalandschaft, offenes Großraumerlebnis mit freistehender Badewanne in Ei-Form, integriertes Home-Cinema-System für das perfekte Kinoerlebnis im Whirlpool – das High-Tech-Bad der Zukunft lässt keine Wünsche offen. Es wird zum luxuriösen Wohlfühltempel, zu einem Ort, an dem man gern einen Teil seiner Freizeit verbringt. Sensoren, die auf Bewegung reagieren und nicht mehr berührt werden müssen, sorgen für mehr Hygiene und Komfort. Und trotz aller Technik, die im Hintergrund für die Annehmlichkeiten sorgt, bleibt die Bedienung einfach und intuitiv. Komfort und Ästhetik verbinden sich mit intelligenten Systemen, die sich den Gewohnheiten der Bewohner anpassen.

Das Badezimmer wird Teil des Smart Homes

Das Bad wird zum festen Bestandteil des Smart Homes, mit allen Vorteilen, die sich aus der Digitalisierung der Haustechnik ergeben. Die vernetzten Sensoren, die Außentemperatur und Helligkeit messen, regeln automatisch das Licht und die Temperatur im Bad. Am Morgen werden die optimalen Werte zum Wachwerden eingestellt. Abends verschafft das Bad mit der perfekten Lichtstimmung die Atmosphäre zum Entspannen. Der Smart Bathroom lernt seine Besucher kennen und merkt sich ihre persönlichen Vorlieben.

Zusätzlich verschaffen die digitalen Techniken mehr Sicherheit. Die maximale Temperatur des Wassers wird automatisch begrenzt, damit Kinder sich nicht verbrühen. Die Befüllung der Badewanne mit der exakten Wunschtemperatur stoppt automatisch bei dem gewünschten Füllstand. In den Wasserrohren überwachen Sensoren Druck und Durchlaufmenge, um im Fall eines Rohrbruches die Haupthahn zu schließen.

Ökologische Aspekte

Neben allen Annehmlichkeiten, die neue Technologien und Digitalisierung mit sich bringen, hilft das Bad der Zukunft, wertvolle Ressourcen zu schonen. Die neue Technik erleichtert Wassersparen, da sie den Verbrauch permanent überwacht und die Wasserdurchlaufmenge optimiert. Vakuumtoiletten sparen große Mengen Trinkwasser und sogar Anlagen zur Wasseraufbereitung sind denkbar. Die digitale Technik verhindert, dass Wasser aus Versehen zu lange läuft. Und sobald sich niemand mehr im Bad befindet, geht das Licht von selbst aus.

Im Zentrum der ISH – der Messe für Bad-, Gebäude-, Energie- und Klimatechnik –, die vom 10. bis 14. März 2015 in Frankfurt stattfindet, steht die Ressource Wasser. Die wegweisenden Fragen der Aussteller sind: Wie gelingt es, effizient mit unseren Ressourcen umzugehen und gleichzeitig dem Anspruch an Design und Komfort gerecht zu werden. Das Bad der Zukunft wird diesen Ansprüchen gerecht werden und über alle Generationen hinweg den individuellen Bedürfnissen entsprechen. Dank der digitalen Techniken entsteht mit den neuen Bädern ein Wohn- und Wohlfühlort für Hygiene, Wellness und Gesundheit.