Die Haustechnik-Branche: Geschichte und Zukunft.
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Die Haustechnik-Branche: Geschichte und Zukunft.

Haustechnik im weiteren Sinne gibt es, seit die ersten Menschen anfingen, in festen Behausungen zu wohnen. Einfache offene Feuerstellen genügten, um einen begrenzten Raum mit Wärme zu versorgen. Vor etwa 350 000 Jahren wurden die Menschen sesshaft und bohrten Brunnen, um an frisches Trinkwasser zu kommen. Heute noch beeindrucken die Ingenieursleistungen des römischen Imperiums. Fragmente der Aquädukte, die vor 2000 Jahren die römischen Siedlungen mit Wasser versorgten, sind bis heute erhalten. Frischwasserversorgung in jedem Haus wie wir sie heute ganz selbstverständlich hinnehmen, gibt es erst wieder seit knapp 150 Jahren. Das erste moderne Wasserversorgungssystem Deutschlands entstand in Hamburg im Jahr 1849. Die modernen Rohre waren jedoch nicht mehr aus Blei wie im antiken Rom und die Wasserqualität wurde stetig besser, da das medizinische Wissen über Krankheitserreger wie Bakterien im Wasser immer genauer wurde. Auch andere Erfindungen sind vergleichsweise jung: Seit 1881 gab es in Boston und London erste Kühlhäuser und der erste Kühlschrank für den privaten Gebrauch wurde 1913 entwickelt. Den ersten Zentralheizungskessel gibt es seit 1924 und der erste Ölbrenner wird 1932 gebaut. Bis technische Entwicklungen wie diese für alle verfügbar waren und einen erschwinglichen Preis hatten, dauerte es zum Teil noch ein paar Jahrzehnte. Das Leben in Wohnungen und Häusern wurde und wird durch neue Technologien und Errungenschaften immer angenehmer und besser. Grund genug einen kurzen Blick auf die aktuellen Entwicklungen und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Die Geschichte der Haustechnik

Man muss nicht in die Steinzeit zurückgehen, um ein Bild von der Branche der Haustechnik von heute zu bekommen und ihre Entwicklung zu verstehen. Vielmehr genügt es, sich an zwei Großereignisse in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu erinnern – die Industrialisierung und die Entdeckung der fossilen Brennstoffe. Diese beiden Phänomene haben die Trennung von Arbeit und Wohnen hervorgebracht und zugleich die Voraussetzungen für den technischen Fortschritt geschaffen. Mit den fossilen Brennstoffen kamen moderne Brennöfen und mit ihrer industriellen Fertigung die starke Verbreitung. Als Energie im Überfluss produziert wurde, konnten die Städte auch in der Nacht im Licht der elektrischen Lampen erstrahlen. Energie und standardisierte Produktionsmethoden brachten fast explosionsartig eine immer schneller voran schreitende Entwicklung von Geräten, Materialien und Technologien hervor.

Der Fortschritt in der Haustechnik erfordert Anpassung und Offenheit

Der beschleunigte, technische Fortschritt hat zwei Seiten: Zum einen bringen die Neuerungen Annehmlichkeiten mit sich. Neue Elektrogeräte wie die Waschmaschine oder der Geschirrspüler übernehmen Aufgaben, die sonst mühevoll und zeitraubend waren. Neue Verbrennungsöfen und- Methoden machen das Schleppen von Kohlebriketts überflüssig. Moderne Sanitäranlagen bringen sauberes Trinkwasser und klären Verbrauchswasser. Neue Werkstoffe wie Aluminium und Acryl sind leichter und vielfältig einsetzbar. Zum anderen erfordert der technische Wandel Anpassung und Offenheit für das Neue. Spezialisierte Handwerker benötigen neue Kenntnisse und Fähigkeiten, um die neuen Technologien anzuwenden oder zu verbauen. Händler und Produzenten müssen mit der Entwicklung Schritt halten, um die Nachfrage bedienen zu können. Bildungsstätten benötigen wiederum Fachleute, um das Wissen an die nächste Generation weiterzugeben.

Haustechnik heute – Effizienz und Komplexität

Jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen, mit denen sie umgehen muss. Lange war neben der Öffnung der Märkte und der Globalisierung das nahende Ende des Öl-Zeitalters das vorherrschende Thema. Im Angesicht der ökologischen Krise zielten auf technologischer Seite die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte auf eine gesteigerte Energie-Effizienz und größere Sparsamkeit. Mit neuen Dämmstoffen, der Entwicklung von Solarpanels und der stetigen Verbesserung von Verbrennungsöfen, wurde größere Nachhaltigkeit erreicht und der Umweltschutz gefördert. Gleichzeitig stieg die Komplexität bei den Verordnungen, den Vergabeverfahren und rechtlichen Bestimmungen, so dass neue Kompetenzen aus anderen Fachgebieten in die Branche Einzug erhielten. Planung, Ausführung und Koordination ist auf verschiedene Berufsgruppen verteilt und greift in einem komplexen Zusammenspiel ineinander.

Wie das Internet der Dinge die Zukunft der Haustechnik-Branche beeinflussen wird

In Zukunft wird die Branche der Haustechnik durch die Digitalisierung erneut einen enormen Wandel erfahren. Wettbewerb bedeutet in Zukunft auch bei Google gefunden zu werden. Eine neue Generation von technischen Geräten wird kommen und das Smart Home ermöglichen: alle Geräte in einem Haus sind miteinander verbunden und können von einem Smartphone aus gesteuert werden. Installateure können über das Internet Ferndiagnosen stellen, indem sie Sensordaten auswerten, die direkt an der Heizungsanlage aufgezeichnet werden. Sensoren werden nicht nur in Geräten stecken, sondern auch im Fußboden, in Wänden und auf dem Dach. Messdaten wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Wetter und die Anzahl der Personen, die sich im Haus befinden, dienen als Grundlage für die Regulierung von allen technischen Anlagen. Die Vernetzung aller Dinge wird keine Grenzen kennen: Heizungsanlagen, Rauchmelder, Kühlschrank und Garagentor werden ebenso über das Internet verbunden sein wie die elektrische Zahnbürste, der Kaffeeautomat und die Entertainement Anlage.

Diese revolutionären, technischen Veränderungen werden wie andere zuvor zwei Seiten haben. Eine Seite werden die vielen Vorzüge für die Bewohner des Smart Homes sein. Mehr Komfort und Sicherheit sowie intelligente und effiziente Lösungen werden den Menschen und der Umwelt zugute kommen. Auf der anderen Seite erfordert der Wandel Know How und Wissen, neue Fähigkeiten und die Bereitschaft, sich auf das Neue einzulassen.